Kundgebung von TransAction Dortmund in Gedenken an verstorbene trans Personen mit 20 Teilnehmenden verläuft störungsfrei – TransAction Dortmund startet Schreibprojekt

Am gestrigen Samstagnachmittag versammelten sich rund 20 Personen aufdem Platz der Alten Synagoge. Dort gedachten sie Opfern vonTransfeindlichkeit anlässlich des Trans Day of Remembrance. ZurKundgebung hatte die Gruppe TransAction Dortmund aufgerufen. Sie verliefstörungsfrei. Die Kundgebung startete mit einem Redebeitrag der Veranstaltenden.„Lasst uns gemeinsam für [eine gerechtere, tolerantere, AvS] Weltkämpfen. Aber lasst es uns nach dem heutigen Tag tun, weil wir nunzusammen trauern wollen.“, so Payton in der Rede. Nach dem Redebeitrag hielten die Teilnehmenden eine Schweigeminute fürdie diejenigen Verstorbenen ab, die nicht erfasst wurden oder derenNamen nicht bekannt sind. Es folgte die Verlesung der Namen von 384namentlich bekannten Verstorbenen. Abschließend wurde ein Schreibprojekt unter dem Motto „Wofür wirkämpf(t)en.“ vorgestellt, welches mit der Kundgebung startete. „Vielevon euch kenne ich nicht, aber uns alle verbindet der Kampf mit dengleichen Problemen dieses transfeindlichen Systems.“ Queere Menschen sind dazu aufgerufen, die Geschichte ihrer Community zu verschriftlichen und bis Ende Februar an TransAction Dortmund zu senden. Diese sollen unter Anderem auf der Website der Gruppe veröffentlicht werden.TransAction Dortmund möchte festhalten, was die Ziele der Communitywaren, ob und wie sie erreicht wurden und was an queerer Kultur über dieJahre entstanden ist. Es ginge darum, lokale queere Geschichte nicht inVergessenheit geraten zu lassen. Der Aufruf richte sich ausdrücklich auch an ältere queere Menschenund queere Menschen mit Migrationshintergrund.Eingereicht werden können die Texte per Mail an ten.puesirnull@dnumtrodnoitcasnartoder auf den Instagram- und Twitter-Kanälen der Gruppe. Der Trans Day of Remembrance findet jährlich und weltweit statt. 2021war das Jahr mit den meisten gemeldeten Toten seit Beginn der Erfassung.Erst im September diesen Jahres verbrannte sich die trans Frau Ella inBerlin auf dem Alexanderplatz[1]. Sie war aus dem Iran geflüchtet, inder Hoffnung, in Deutschland offen als Frau leben zu können. „ ‚Ichdenke, Deutschland hat nicht die Erwartung erfüllt, die sie hatte‘,vermutet Dagmar [, eine Freundin, ELK] ‚Berlin gibt vor, eine freieStadt zu sein – dabei wird man an jeder Ecke sexuell und psychischbelästigt.‘ Das habe auch Ella erlebt.“, schrieb damals der BayrischeRundfunk.[2] „Das ist nur eine tragische Geschichte von vielen.“, sagt Skye vonTransAction Dortmund. „Deswegen müssen wir weiterhin auf die Straßegehen, um uns für Sichtbarkeit und Gleichberechtigung einzusetzen.“TransAction Dortmund plant bereits für nächsten Monat eine Veranstaltungzur Sensibilisierung für trans Personen. Eine Pressemitteilung zurVeranstaltung folgt. Journalist*innen mit Fragen wenden sich bitte an: Quellen: [1]:https://tdor.translivesmatter.info/reports/2021/09/14/ella_berlin-germany_5017563d[2]:https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/ella-trans-gefluechtete-berlin-100.html

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